KRIBIBI | Arbeitskreis kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare

Ziele

Im Arbeitskreis kritischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Renner-Institut (KRIBIBI) treffen einander seit 1983 Bibliothekarinnen und Bibliothekare aus Öffentlichen Bibliotheken aller österreichischen Bundesländer, um berufliche Erfahrungen auszutauschen, über neue Entwicklungen zu informieren und über Zukunftsmodelle nachzudenken.

Das Buch als Träger der Aufklärung hat noch lange nicht ausgedient - Fragen der Lesekultur stehen deshalb neben Versuchen der Förderung eines solidarischen Zusammenwirkens engagierter Bibliothekarinnen und Bibliothekare im Vordergrund der Tätigkeit des Arbeitskreises. Auch zur Wahrnehmung fortschrittlicher Interessen im österreichischen Büchereiwesen wollen die KRIBIBIs einen Beitrag leisten.

Ihre traditionelle kulturelle und soziale Aufgabe müssen Öffentliche Bibliotheken durch die Bereitstellung neuer Medien und elektronischer Informationsmittel erweitern, um nicht in eine gesellschaftliche Randposition gedrängt zu werden. Im Zeitalter der Telekommunikation wird die Chancengleichheit beim Zugang zu Informationen ein Wertmesser für die Funktionsfähigkeit von Demokratien sein.

Öffentlichen Bibliotheken kommt eine wichtige Funktion bei der Verhinderung einer Zweiklassen-Informationsgesellschaft zu, in welcher Macht und/oder Zahlungsfähigkeit über den Zugang zu Informationskanälen entscheiden. Vor diesem Hintergrund ist auch die Trennlinie zwischen dem wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliothekswesen schon längst zu einem Anachronismus geworden und eine gegenseitige Öffnung dringend nötig.

Der Arbeitskreis bekennt sich zu sozialer Bibliotheksarbeit: Öffentliche Bibliotheken vermitteln nicht nur Zugang zu Literatur und Information, sondern sollen auch Zentren der Kommunikation sein, wo vielfältigen Interessen Platz gegeben wird. Auch und gerade im vielzitierten Global Village behält das Lesen als Kulturtechnik entscheidende Bedeutung. Neben Familie und Schule sind öffentliche Bibliotheken eine unverzichtbare Sozialisationsinstanz bei der Entwicklung von Literarität: Lesen schafft die Grundlage für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und bildet damit eine der Voraussetzungen von Demokratie, individueller und kollektiver Emanzipation.

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